Umsetzungsbooster (1/3): DU BRAUCHST DEINEN MOTOR

Joel Barker beschreibt es sehr passend. Aktionen ohne eine Vision sind bloßer Zeitvertreib. Trete einen Schritt zurück und frage dich, was dein Antrieb, dein WARUM ist. Dabei meine ich nicht, weil es deine Aufgabe ist, weil so diese Funktion ausgeübt werden muss, etc. Hier geht es tiefer. Was möchtest du mit deinem Handeln bewirken?  Auf welches größere Ziel zahlst du damit ein?

Vor ein paar Jahren war diese Denkweise auch noch sehr abstrakt für mich. Als Wirtschaftsingenieurin in der Industrie bin ich eher von Zahlen, Daten, Fakten und dem Leistungsgedanken geprägt. Erst als es Rückschläge gab, Erfolge nicht in dem Maße eingefahren werden konnten und meine Arbeitszeit mehr und mehr überhandnahm, öffnete ich die Augen und probierte etwas Neues

In der Businesswelt ist diese fantasievolle Vorstellungskraft teilweise zwischen all den harten Fakten und taffen Zielen verloren gegangen. Doch diese Kraft schlummert in jedem. Wir müssen- nein wir dürfen- lernen diese wiederzuentdecken, zu entfachen und uns so nutzen, dass wir mit mehr Sinn und Freunde unsere (Arbeits-) Welt gestalten.  Oft höre ich: Klar, Ziele formulieren geht einfach. Das SMART-Prinzip* nutze ich ebenfalls. Super, doch hier geht es noch einen Schritt weiter. Um emotionale Verbindung mit deinem Ziel. Ist es richtig formuliert, spürst du das. Du hast Lust es anzupacken, zu erreichen. Das kann für jeden etwas anderes sein. 

Am besten schauen wir uns ein Beispiel an, damit es für dich verständlich wird, was ich mit einem „tieferen Sinn“ meine.

Ich verbessere die Leistung einer Maschine, damit…

… wir mehr Menge produzieren.

… wir unsere Arbeitsplätze sichern.

… wir das Unternehmen wettbewerbsfähig machen.

Logisch. Aber sehr rational. Versuchen wir es mal anders und nutzen direkt den 1. Tipp.

#1: Denke VIEL größer.

Ich verbessere die Leistung einer Maschine, damit…

… wir störungsfrei produzieren und ein stressfreies Arbeiten ohne ständige Fehlerbehebung für jeden Einzelnen möglich ist. Mitarbeitende müssen weniger hektisch reagieren, um die Anlage wieder zum Laufen zu bringen. Das zahlt auf die Zufriedenheit ein und beeinflusst die Gesundheit im beruflichen und privaten Bereich.

… wir den Materialeinsatz reduzieren und unsere Ressourcen schonen. Durch meine Arbeit leiste ich einen Beitrag für unsere Umwelt.

… damit wir die Kosten aufgrund von Fehlern reduzieren und wir das Geld für die Weiterentwicklung von nachhaltigen Produkten nutzen können. So leistet meine Arbeit einen Beitrag zur Unternehmensentwicklung und sorgt für umweltverträgliche Produkte, die die Menschen wirklich unterstützen.  Ein echter Mehrwert für die Gesellschaft.

Das ist nur ein Beispiel. Hier könntest du auch z.B. Sportangebote für Mitarbeiter einsetzen, wodurch du einen Beitrag zu der Gesundheit der Gesellschaft leistest. Wie schon gesagt, es muss sich für dich richtig anfühlen. Und wenn dir dein Beitrag noch nicht übertrieben vorkommt und du förmlich errötest, dann ist es noch nicht groß genug gedacht.

#2: Nutze die Kraft der Gedanken und Emotionen.

Tauche ab und gib deiner Zukunft die nötige Kraft. Im Coaching nennen wir das auch gerne „aufpowern“. Je klarer du deine zukünftige Veränderung siehst und erlebst, desto  einfacher wird es dir fallen, die Schritte zu gehen, die dich deiner Vision näher bringen. Ein weiterer Pluspunkt: Turbulente Phasen lassen sich auch mit einer starken, verankerten Vision viel leichter überstehen.

Übrigens wird die Kraft der Gedanken auch in der Medizin genutzt. Verletzte Spitzensportler trainieren gedanklich weiter. Sie gehen die Bewegung und diese Abfolge (z.B. auf einer Sprungschanze) lediglich im Kopf immer wieder intensiv durch.  So kann der Genesungsprozess verkürzt werden. Heilung beginnt eben im Kopf.

So, nun aber zurück zu uns. Wie funktioniert das?  Am besten du nimmst dir 20 Min. Zeit- ganz in Ruhe für dich. Stelle einen Timer und schließe die Augen. Stelle dir deine Zukunft als Film vor.  Versuche dich selbst in diese IST Situation hineinzuversetzen, d.h. du hast dein Ziel schon erreicht.  

Stell dir vor, du wachst morgens auf und alles ist genau so, wie du es dir vorgestellt hast. Besser noch. Du bist glücklich. Absolut zufrieden.

Nun versuche diese Situation mit Leben zu füllen.  Wo bist du?   Bist du alleine oder wer ist bei dir? Du schaust dich um, was siehst du? Welche Farben dominieren? Welche Geräusche nimmst du wahr? Gibt es vielleicht auch Gerüche, die dir auffallen?  Wie fühlst du dich dabei? 

Stelle dir bewusst die Fragen, die zu deiner Veränderung passen. Also z.B. in unserem Beispiel das Thema Gesundheit. Du bist total entspannt auf der Arbeit. Woran merkst du, dass deine Arbeitslast wie weggeblasen ist und du dich freust endlich loszulegen? Wie siehst du dabei aus?  Wie fühlt es sich an? Natürlich passieren Fehler.  Und genau jetzt. Wie gehst du mit deiner neu gewonnenen Gelassenheit mit diesem Fehler um?  Wer unterstützt dich dabei? Du kommst nach Hause. Wann kommst du nach Hause? Wie wirst du begrüßt? …

Was machst du als Nächstes? Und dann? …  Versuche dir deinen Tag, also 24h,  komplett als Film vorzustellen. Versuche auch auf die emotionale Ebene einzugehen (Wie fühlt sich das an? Welche Gefühle löst das in dir aus?) und nicht auf der Faktenebene (hell, dunkel, laut, leise) zu bleiben.  Positive Emotionen sind die stärksten Motivatoren.

Am Anfang kommt es dir vielleicht noch komisch vor. Vielleicht auch ein wenig verrückt. Vielleicht blockierst du sogar bei den ersten Versuchen. Ich kann dir sagen, es wird leichter und es lohnt sich diese Kraft zu entfesseln. Du wirst sehen, wie du dich immer mehr öffnest und dich traust deinen eigenen Film zu schaffen und zu erleben.

Hierdurch programmieren wir unser Unterbewusstsein auf den Erfolg. Damit es am besten funktioniert, stellst du dir deinen Film immer wieder vor. Idealerweise wird es zu deiner täglichen Routine und du nimmst dir z.B. jeden Morgen 5-10 Minuten Zeit in deinen Film erneut abzutauchen. Dieser Film ist übrigens nicht starr, sondern darf (und soll) sich weiterentwickeln, das tust du schließlich auch =)

Give it a try. 

Übrigens lassen sich so auch Ziele sehr gut überprüfen. Erst wenn Ziele wirklich attraktiv sind, und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern sich in unserem Kopf erlebnisorientiert verankert haben, erst dann bekommen wir die notwendige Power, Kraft und Motivation diese auch mit Begeisterung zu erreichen. Sobald wir diesen Sinn wirklich spüren fällt es uns leichter.

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*SMART- Prinzip: Unterstützt die Überprüfung einer „guten“ Zieldefinition. Gut bedeutet in diesem Zusammenhang: Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch, Terminiert.

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Du möchtest mehr über die anderen Umsetzungsbooster erfahren? Hier findest du die Posts.

Umsetzungsbooster 2/3

Umsetzungsbooster 3/3

Endlich umsetzen- gar nicht so einfach. 3 Tipps, die dich ins Handeln bringen.

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