Equal Pay Day und Gender Pay Gap: Im Jahr 66 Tage kostenfreie arbeiten- ist das Equality?!

Als Frau arbeite ich im Schnitt 66 Tage pro Jahr kostenfrei.

Oder andersherum. Ein Perspektivwechsel.

Männer können im Schnitt 66 Tage unbezahlten Urlaub nehmen und erst dann liegen sie im Schnitt beim gleichen Gehalt wie der Durchschnitt der Frauen.

Wow. Was für ein Gewinn an freier Zeit. Lebenszeit. 

Zumindest für einen Teil der Gesellschaft. Ist das fair? 

Was würde ich mit den 66 Tagen machen? Definitiv noch mehr Zeit mit der Familie verbringen. Mit Reisen. Mit Freunden. Einfach Ideen spinnen und ausprobieren. Und Aktivitäten und Projekte, die mir am Herzen liegen und die ich gerne unterstützen möchte. 

Lange Zeit war mir dieser sogenannte Gender Pay Gap nicht bewusst. Hierunter wird der durchschnittliche Bruttoverdienst der Frauen im Verhältnis zu dem der Männer gesetzt. 

In Deutschland verdienten Frauen in 2020 durchschnittlich 18 % weniger je Stunde als Männer. 

Statistisches Bundesamt, Gender Pay Gap

Um auf dieses Ungleichgewicht aufmerksam zu machen und über die Gründe aufzuklären sowie Lösungen anzustoßen, hat 2008 erstmals der Equal Pay Day in Deutschland stattgefunden. Der Equal Pay Day wurde durch den BPW* Germany e.V. initiiert und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Ziel ist es, die geschlechtsbezogene Lohnlücke zu schließen und den sogenannten Gender Pay Gap abzuschaffen.

Der 7. März symbolisiert jedes Jahr den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied.

Gerechte Bezahlung muss nicht nur gefordert, sondern das Versprechen muss auch durch unser Handeln in die Tat umgesetzt werden.

Quelle: https://www.equalpayday.de/

Weltweit liegt der Gender Pay Gap sogar bei 31,4% (Quelle: Global Gender Gap Report 2020).  Was bedeutet das?

  • Frauen werden teilweise für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt
  • Frauen wählen ein tendenziell schlechter bezahltes Berufsfeld aus.

Wir müssen unseren Blick und unser Handeln auf die Wurzel des Problems lenken. Gerade in den ersten sechs Jahren unseres Lebens prägt uns unser Umfeld stark. Hierdurch entwickelt sich unser eigenes Weltbild inklusive der Rollen von Mann und Frau. Unser Umfeld beeinflusst folglich auch das Bild, das wir über uns selbst haben. Im Coaching nennen wir das „Glaubenssätze“. Das sind häufig  übernommene Ansichten von anderen Menschen. Z.B. Du sollst Rücksicht nehmen; Sei nicht so laut; Mädchen machen das nicht; etc. Sie mögen aus der besten Absicht entstanden sein, sind aber heute eher hinderlich als unterstützend. Wenn Dir Bescheidenheit und Zurückhaltung „beigebracht“ wurden, wie sollst Du dann im Führungsteam Raum einnehmen und Deinen Standpunkt klar vertreten?

Mir ist bewusst, dass…

  • nicht alle die gleiche Ausgangssituation haben.
  • nicht alle die berufliche Vielfalt kennen.
  • nicht alle den Mut und den Rückhalt haben, um den eigenen Weg zu gehen. 
  • nicht alle die finanziellen Möglichkeiten erhalten.
  • nicht alle die gleichen Chancen auf Bildung haben.

Bildung unterstützt uns dabei, die verschiedenen Startposition zu verändern. Dabei sind die Kriterien für eine hintere Startposition sehr vielfältig. Neben dem Geschlecht haben z.B. auch die Nationalität, die Hautfarbe, der Bildungsstand der Eltern und die eigene Kindheit einen entscheidenden Einfluss.

Kurzum: Einige Schritte sind wir schon vorangekommen, bis zur wirklichen Gleichberechtigung ist es aber noch ein ganz schönes Stückchen. Für mich ist der Equal Pay Day eine Art Check, d.h. eine jährliche Überprüfung des Fortschritts,  wo stehen wir gerade. Ich finde 66 Tage sind 66 unfaire Tage zu viel =) 

Und was würdest du mit 66 freien Tagen machen?

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* BPW= Business and Professional Women

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