Ohne mich steht die Linie. Zwischen Eingreifen, Kompensieren und Führen.

Shownotes Lean&Lead #32

Ohne mich steht die Linie.

Zwischen Eingreifen, Kompensieren und Führen.

 

Wenn ich nicht eingreife, dann steht die Linie. Ich kann meine Leute doch nicht alleine lassen. Wenn dir diese Sätze bekannt vorkommen, bist du genau richtig. Und eines vorab: Du bist nicht zu soft oder keine richtige Führungskraft – du bist verantwortungsvoll, aber das System hat sich nur daran gewöhnt, dass du immer einspringst.

Das Problem ist nicht, gar nicht einzugreifen, sondern falsch einzugreifen: zu früh, zu umfassend oder heimlich. Dann wirst du zum Dauerengpass, trägst die Last, verschwendest Energie und Ressourcen- und dein Team lernt nicht, selbst zu entscheiden.

Wichtig ist, dass ihr klare Spielregeln vereinbart: Wer entscheidet was vor Ort? Bis wann sollen Leute versuchen, Lösungen selbst zu finden, und ab wann rufst du an? Gib Rückendeckung für vereinbarte Entscheidungen – sonst schrecken Leute davor zurück, selbst zu handeln und du wirst wieder Engpass.

In vielen Fällen reicht Präsenz statt Übernehmen: Sei da, unterstütze, frage nach und verknüpfe Bereiche, statt dass Trauben von Fremden rumstehen und die Operateure außen vor bleiben. Stressige Sprüche wie „Jetzt musst du doch langsam mal wissen“ helfen nicht. Entwickle dein Team stattdessen.

Frag lieber: „Was würdest du tun, wenn ich nicht hier wäre?“ oder „Welche Lösung hält die Linie am Laufen, auch wenn sie nicht perfekt ist?“ Und frage: „Brauchst du von mir eine Entscheidung oder Rückendeckung?“ Solche Fragen geben Verantwortung ab und fördern Selbstvertrauen.

Setzt klare Eskalationskriterien: Zum Beispiel „Wenn die Anlage in 15 Minuten nicht läuft, ruf mich an.“ So dürfen dein Team ausprobieren und ihr habt trotzdem Orientierung. Ein kleiner Praxis-Impuls: Nimm dir am Ende der Schicht kurz zwei Minuten und frage dich: Wo bin ich heute eingesprungen, obwohl es nicht nötig war? Beobachte das nächste Mal bewusst und versuch eine andere Frage statt sofort zu lösen.

Das ist kein Loslassen, sondern Begleiten. Mit klaren Grenzen, Unterstützung und Rückendeckung wird dein Team schnell handlungsfähiger und mutiger. Für dich bedeutet das weniger Engpass, weniger Stress und mehr Raum für echte Führung. Probier’s aus. Schon in ein bis zwei Wochen wirst du die Veränderung merken.

 

 

 

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